Faustlos

„Die hat mir den Ball weggenommen!“ „Habe ich gar nicht, du bist ja blöd.“ „Wenn du mir den nicht wieder gibst, dann hau ich dich.“

Diese und ähnliche Streitigkeiten erleben wir immer wieder im Kindertagesstättenalltag und diese sind ganz natürlich. Den Kindern fällt es häufig schwer, sich in einer Streitsituation fair zu verhalten und zu einer Lösung zu kommen, mit der alle Beteiligten einverstanden sind.

Faustlos bietet uns die Möglichkeit zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention. In diesem Programm werden allgemeine soziale Verhaltensweisen spielerisch gelernt, so dass Gewaltprävention ein Teil der Erziehung  werden kann. Das heißt: Gewalt soll verhindert werden, bevor sie entsteht.

Das Programm ist in drei Einheiten  unterteilt, „Empathieförderung“, „Impulskontrolle“ und „Umgang mit Ärger und Wut“.

In der ersten Einheit lernen die Kinder, Gefühle zu erkennen, sich in eine andere Person hineinzuversetzen  und auf ihre Gefühle und Bedürfnisse einzugehen (z.B. wenn jemand traurig ist, ihn zu trösten).

Bei der zweiten Einheit wird über das Problem nachgedacht (Wie ist es dazu gekommen?) und es wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, die fair sind. Manche Lösungen müssen vielleicht neu überdacht werden, und die Kinder lernen hierbei, Kompromisse zu finden.

In der letzten Einheit geht es darum, den konstruktiven Umgang mit Gefühlen wie Ärger und Wut zu erlernen, dabei wird mit positiven Selbstverstärkern gearbeitet( z.B. „Hole tief Luft“, „Zähle langsam bis fünf“ oder „Beruhige dich erst mal“).

Die Einheiten sind in 28 einzelne Lektionen eingeteilt, die im Morgenkreis besprochen werden. So können alle Kinder der Gruppe von „Faustlos“ profitieren und die kontinuierliche Anwendung verstärkt die erlernten Verhaltenweisen.