Vorschulprogramm

Wenn wir den künftigen Schulanfängern im Jahr vor der Einschulung einige besondere Programme, Projekte und Aktionen anbieten, so soll dieser veränderte, anspruchsvollere Tagesablauf sie in ihrer emotionalen und sozialen Kompetenz stärken. So sehen und erleben sie sich vermehrt als die Älteren, die Erfahrenen und übernehmen z.B. bewusst Verantwortung für die jüngeren Kinder und fungieren als Vorbild.

Die Kinder wachsen fließend in einen stärker strukturierten Tagesablauf hinein, der für sie, auch rein zeitlich, mehr festgelegte Phasen und damit mehr Termine, mehr Verpflichtungen bedeutet. Dies entspricht in altersgemäßer Relation den Anforderungen und Erwartungen der späteren Schul- und Berufswelt. Inhaltlich erwartet die Kinder ein breites Spektrum an Angeboten in bunter Vielfalt.

Sprachstandserhebung

Bereits zu Beginn des Kindertagesstättenjahres findet in der Grundschule eine Sprachstandserhebung der künftigen Schulkinder statt, um den Kindern mit wirklich gravierenden Sprachproblemen frühzeitig eine vorschulische Sprachförderung durch speziell ausgebildete Fachkräfte/ Lehrer zukommen zu lassen. Dies betrifft vorrangig z.B. ausländische Kinder, die die deutsche Sprache gar nicht oder nur bruchstückhaft verstehen/ sprechen.

Hexe Mirola

In Zusammenarbeit mit der Grundschule führen wir bei uns in der Kindertagesstätte den Parcours „Die Hexe Mirola im Zauberwald“ für alle Kinder, die zur Schule kommen, durch. Hierbei werden von den Kindern spielerische Fähigkeiten aus allen pädagogischen Bereichen, eingebettet in die Geschichte der „Hexe Mirola im Zauberwald“, eingefordert und beobachtet. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen der pädagogischen Fachkräfte sind die Grundlage für die Festlegung der Lernausgangslage.

Programm zur mathematischen Frühförderung

Seit September 2006 erarbeiten einige Erzieherinnen unserer Kindertagesstätte unter der fachlichen Leitung von Gerd Janssen (ehrenamtlicher Unterstützer, ehemaliger Schulleiter) ein Programm zur mathematischen Früherziehung in der Kindertagesstätte. Teilbereiche dieses Programms sind bereits fertig gestellt und sollen in unser Vorschulprogramm aufgenommen werden.
Bei der Gestaltung unserer Kita-Mathe-Einheiten setzen wir Cuisenaire-Stäbe und geometrische Formenplättchen der Rechenkästen „Formen und Stäbe“ vom Klett-Verlag ein. Zunächst aber sollen Teppichfliesen, die in ihren Ausmaßen 10-fach vergrößerten Rechenstäben entsprechen, die Kinder zu großflächigem Ausprobieren und Arbeiten anregen und damit einen kindgerechten Einstieg in die Materie ermöglichen. So erleben die Kinder spielerisch, wie sich z.B. Wege auf unterschiedliche Art mit verschieden langen und verschieden farbigen Stäben legen lassen.
Größere Stäbe lassen sich in kleine aufteilen, Flächen werden ausgelegt. Durch den Umgang mit den Stäben und Formen entwickeln die Kinder pränumerische Kompetenzen, das Interesse für das spätere Fach Mathematik wird geweckt.
Unsere mathematische Frühförderung beinhaltet die Bereiche:

  • Mengen und Eigenschaften
  • Zahlbegriffsbildung
  • Erkennen und Benennen geometrischer Sachverhalte
  • Wir sehen dieses Mathe-Programm als sinnvolle Erweiterung unseres bestehenden Vorschulprogramms.

Faltbuch „Das kleine blaue Quadrat“

Nach der mathematischen Frühförderung beginnen wir mit der Herstellung eines Faltbuches mit dem Titel „Das kleine blaue Quadrat“. Dieses Buch beinhaltet verschiedene Faltungen, die die Kinder erlernen und ausführen, die bildliche Darstellung der Geschichte und ergänzend dazu den vorgegebenen Text, welcher abschnittweise eingeklebt wird. Die Erarbeitung des Faltbuches fördert kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit, unterstützt die Entwicklung der Feinmotorik z.B. beim Falten, Schneiden, Malen und leistet einen Beitrag zur Sprachentwicklung sowie zum mathematischen Grundwissen; darüber hinaus werden lebenspraktische Kompetenzen erworben (Buchherstellung, Schneiden, Kleben, Kordeln etc.), ästhetisches Empfinden wird gefördert (Malen und Gestalten mit verschiedenen Farben) und nicht zuletzt werden soziale und emotionale Kompetenzen erworben, wenn die Kinder sich z.B. gegenseitig helfen und unterstützen.

Sprachförderprogramm

Es folgt unser mehrwöchiges Sprachprogramm, welches der Förderung der phonologischen Bewusstheit (Lauterkennung) und der Prävention von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten dient. Wir wenden bei uns z.Zt. das „Würzburger Trainingsprogramm“, sowie das „Schleswig-Holsteiner Programm“ in Kombination an. Diese Programme nehmen einen festen Platz im Kindertagesstättenalltag ein. Sie finden täglich zu einer festen Zeit für maximal 30 Minuten statt. Die Lerngruppe umfasst bis zu 10 Kinder. Die zuständige Fachkraft begleitet die Gruppe bis zum Abschluss des Programms. Unter dem Motto „Hören, Lauschen, Lernen“ werden die Kinder mit Hilfe von Sprachspielen auf den Erwerb der Schriftsprache vorbereitet. Über das Hören und Unterscheiden von Geräuschen, das Erlernen von Reimen, die Unterscheidung von Satz und Wort sowie das Erkennen von Silben werden die Kinder nun herangeführt an die Bedeutung der Phoneme (Laute). Die Kinder erleben die Phoneme als kleinste Einheit eines Wortes und üben sich in der Analyse und Synthese von Wörtern. Hinzu kommt die Verknüpfung von Buchstabenlaut und Buchstabenbild. Darin ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erwerb der Schriftsprache zu sehen.  

Verkehrserziehung

Für alle Kinder, die zur Schule kommen, bieten wir einen Vormittag an, der ausschließlich der Verkehrserziehung gewidmet ist. Durchgeführt wird dieser Kurs von einem „echten“ Polizisten, der die Kinder in Wort, Bild, Spiel, Handeln und Lied in das richtige Verhalten im Straßenverkehr einweist.

Dieser Vormittag umfasst einen theoretischen Teil, der im Turnwelt stattfindet, und einen praktischen Teil, bei dem die Kinder direkt auf der Straße die gelernten Kenntnisse anwenden. Sowohl lebenspraktische Kompetenzen als auch sozial-emotionale Fähigkeiten und kognitive Fähigkeiten werden erlernt / gefördert, ebenso Natur- und Umweltkenntnisse.

Zusätzlich zur Verkehrsübung in der Kindertagesstätte bieten wir eine Erkundung der Bereitschaftspolizei in Oldenburg an. Dieser Besuch ist seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer Kindertagesstättenarbeit. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ein authentisches Berufsfeld praktisch zu erleben. Inhaltlicher Schwerpunkt ist auch hier das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Besuch der Grundschule

Kurz vor den Sommerferien besuchen wir mit den künftigen Schulanfängern die Grundschule. Dort nehmen die Kinder in kleinen Gruppen für eine Schulstunde am Unterricht teil und verbringen anschließend die Pause gemeinsam mit den Grundschülern auf dem Schulspielplatz.

Dieser „Schulschnupperbesuch“ lässt die Kinder praktisch erleben, wie es in der Schule zugeht, wie z.B. ein Klassenzimmer aussieht, welche Aufgaben und Funktionen der Lehrer / die Lehrerin übernimmt, wie lange eine Schulstunde dauert und was die Kinder zu tun haben. So erhalten unsere Kinder direkte Informationen und Antworten auf ihre Fragen, es findet Wissensvermittlung statt und es werden Schwellenängste abgebaut.

Übernachtungsfest.

Zum Ende der Kindertagesstättenzeit verabschieden wir uns von den Kindern mit einem Übernachtungsfest. Dieses Fest beginnt mit dem Aufbau der Betten um 18.00 Uhr und im Anschluss daran folgt ein Abschiedslied für die Eltern.

Nach dieser Verabschiedung der Eltern findet ein Programm für die „Schulkinder“ statt.

Zunächst wird gemeinsam zu Abend gegessen. Dieses Abendessen wird im Vorfeld von den „Lernfuchseltern“ organisiert und aufgebaut.

Frisch gestärkt untenehmen die Kinder anschließend, z.B. im Wald, eine Schatzsuche oder eine Schnitzeljagd, und spätabends gehen alle nach einem Eis müde schlafen...

Am nächsten Tag gibt es für alle ein von den „Lernfuchseltern“ organisiertes Frühstück und der neue Kindertagesstättentag endet um 10.00 Uhr. Für alle anderen Kindertagesstättenkinder bleibt die Einrichtung an diesem Tag geschlossen.

Unser Übernachtungsfest ist ein Höhepunkt und ein Abschluss der Kindertagesstättenzeit- für Kinder.

Für die Kinder beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt, und dies bedingt auch, dass etwas zu Ende ist; nämlich die Kindertagesstättenzeit. Während dieser Zeit haben die Kinder zahlreiche Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickelt und erlernt und gehen jetzt gut vorbereitet und ausgerüstet in die Schulzeit.

Aktivitäten außerhalb der Kindertagesstätte

Verteilt über das Jahr bieten wir allen Kindern unterschiedliche Angebote und Aktivitäten auch außerhalb der Kindertagesstätte an. Angefangen beim kleinen Frühlingsspaziergang (Naturerkundung), beim Einkauf im Supermarkt (lebenspraktische Kompetenzen) oder beim Picknick im Wald (jahreszeitlicher Bezug) besuchen wir z.B. im Rahmen von Projekten oder Angeboten die Feuerwehr, einen Bauernhof, eine Bäckerei oder einen Reitstall. So erhalten die Kinder einen Einblick in unterschiedliche Natur- und Lebensbereiche, sie erleben konkret Lernen aus „1. Hand“, also nicht ausschließlich z.B. über Bücher oder Rollenspiele.

Neben diesen kleinen Aktionen fahren wir jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit mit den Kindern ins Theater und erleben ein Weihnachtsmärchen und gestalten im Sommer einen Ausflug, z.B. in den Tierpark, den Märchenwald oder in den Park der Gärten...

Schuleingangsuntersuchung

Alle Kinder die eingeschult werden lädt das Gesundheitsamt zu der Schuleingangsuntersuchung in die Grundschule ein.

Streitschlichter

Um den Kindern die Möglichkeit zum selbständigen Handeln zu geben, haben wir uns entschlossen Kinder zu „Streitschlichtern” auszubilden. Es können aus jeder Gruppe zwei Vorschulkinder an diesem Programm teilnehmen, diese werden in einem Losverfahren ausgewählt. Sie erlernen dabei Fertigkeiten um in Konfliktsituationen zu vermitteln, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und zusätzlich wird ihr Selbstbewusstsein gefördert. Am Ende des Trainings bekommen die Kinder ein T-Shirt und von ihnen werden Fotos im Flur ausgehängt, damit sie von den anderen Kindern erkannt werden und um Hilfe gebeten werden können. Im Vordergrund steht bei der Ausbildung, das aktive Zuhören und Vermitteln, sowie das Fördern von der Empathie für andere.

Die Streitenden sollen so die Möglichkeit bekommen, ihr Verhalten zu überdenken, sich verstanden und angenommen fühlen und gemeinsam bzw. mit Hilfe des Streitschlichters Lösungen finden. Die Kinder wissen, dass in schwierigen Situationen, in denen sie  eventuell überfordert sind oder denen sie sich nicht gewachsen fühlen, die Erwachsenen zu Hilfe geholt werden sollen. Um ihnen die nötige Sicherheit für ihre Aufgabe zu geben, finden einmal wöchentlich Treffen zur Besprechung und für gemeinsame Aktionen statt.